Bauliche Entwicklung PUK Lengg

Nutzung
Klinikbau
Status
Studienauftrag
Ort
Lengg, Zürich
Bauherrschaft
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Projektpartner

Der Freiraum der KJPP ist als offenes, gut lesbares Übergangsfeld zwischen Klinik, Quartier und Landschaft ausgebildet. Er vermittelt zwischen den unterschiedlichen Massstäben der umliegenden Institutionen und verankert die KJPP selbstverständlich im übergeordneten Freiraum- und Wegenetz der Lengg.

Die Hauptadressierung liegt seitlich an der südlichen Gebäudefront und ist als präziser, gut auffindbarer Zugang ausgebildet. Sie ordnet die KJPP in die Abfolge der angrenzenden Freiräume ein und liegt bewusst an einem räumlichen Knotenpunkt des Areals. Die bestehende übergeordnete Wegeverbindung wird hier aufgenommen und als verbindendes Rückgrat zwischen KJPP, den weiteren Klinikbauten und dem historischen Garten gestärkt.
An dieser Hauptadresse öffnet sich der Vorplatz der KJPP als ruhiger, überschaubarer Ankunfts- und Aufenthaltsort. Der chaussierte Platz ist als freistehende Insel ausgebildet und wird von einem grosskronigen Akzentbaum geprägt, der dem Ort Massstab und Identität verleiht. Sitzbank und Trinkbrunnen laden zum kurzen Verweilen ein, während sich der Blick in den angrenzenden Obsthain öffnet. Der Vorplatz ist barrierefrei erreichbar und bildet eine klare, freundliche Eingangssituation mit hoher Aufenthaltsqualität. Die direkte funktionale Erschliessung der Tagesklinik erfolgt über die Karl-Stauffer-Strasse, wo sich auch Besucherparkplätze befinden und der unmittelbare Anschluss an das Quartier sichergestellt ist. Diese Erschliessung ergänzt die südliche Hauptadressierung sinnvoll, ohne mit ihr in Konkurrenz zu treten. Velobügel in unmittelbarer Nähe der Eingänge unterstützen eine nachhaltige Anbindung.

Westlich schliesst der Schulgarten der KJPP an, der als geschützter und gut überschaubarer Aussenraum konzipiert ist. Er gliedert sich in unterschiedliche Aussenzimmer für Unterricht, Spiel und Aufenthalt und ist robust, kindgerecht und naturnah gestaltet. Eine locker aufgebaute Mischhecke rahmt den Garten und bildet keinen harten Abschluss, sondern einen sanften Übergang zur umgebenden Landschaft. Über einen Plattenweg ist der Schulgarten mit der nördlich anschliessenden Spielwiese und dem Schulhof verbunden. Die Spielwiese und der Schulhof sind als offene, naturnahe Bewegungsräume ausgebildet, die den Kindern einen grosszügigen Aktionsradius ermöglichen. Durch die Einbettung des Gebäudes in die Topographie wird der Aussenraum als zusammenhängender Grünraum erlebbar: Wege fliessen selbstverständlich von einem Ort zum nächsten, Baumgruppen und grosszügige Einzelbäume schaffen differenzierte Räume zwischen Offenheit und Geborgenheit. Orientierung, Sicherheit und spielerische Aneignung werden gleichermassen unterstützt.

Entlang der August-Forél-Strasse wird der Übergang zwischen Strassenraum gezielt als Begegnungszone ausgebildet. Klare Querungsstellen und begleitende Grünstrukturen stärken sichere Wegebeziehungen in Richtung PUK, Lengg Ost und historische Gartenanlage. Die Fussgängerführung ist Teil eines übergeordneten, durchlässigen Wegesystems und kann als zeitgemässe Weiterführung der historischen Gartenwege gelesen werden. Insgesamt versteht sich der Freiraum der KJPP als öffentlich lesbarer, kindgerechter und kontextuell eingebundener Ort, der therapeutische, pädagogische und alltägliche Nutzungen selbstverständlich miteinander verbindet. Er verankert die KJPP als integralen Bestandteil der Freiraumlandschaft des Areals.