Wohnanlage St. Antonius
Eingebettet in den alpinen Naturraum überzeugt der Perimeter durch seine zentrale Lage in Celerina und die unmittelbare Nähe zur Kirche Baselgia Catolica. Das ebene Grundstück am Truoch Provizel bietet ideale Voraussetzungen für eine Wohnüberbauung im Sinne der St. Antonius-Stiftung zur Schaffung preiswerten Wohnraums für Einheimische. Die Baukörper treten als Einheit auf und bilden mit ihrer konkaven, einladenden Geste grosszügige Freiräume beidseits des Perimeters. Eine sanfte Facettierung sowie die umlaufend auskragende Dachform verankern die Volumen selbstverständlich im ortsbaulichen Kontext. Die vis-à-vis angeordneten Häuser ermöglichen eine dezente Durchwegung vom Truoch Provizel zur Kirche. Die Einstellhalle wird über den südlichen Perimeterrand an der Vietta Provizel erschlossen und ist effizient organisiert, sodass ein späterer Anschluss an die westliche Nachbarparzelle möglich bleibt.
Die gegenüberliegenden Eingangshallen mit Velo- und Kinderwagenräumen liegen an der schmalsten Stelle der Baukörper und bilden Orte der Begegnung. Von hier führen zentral angeordnete, durch Oblichter belichtete Treppenhäuser zu den Wohnungen. Pro Geschoss werden drei effizient organisierte Wohnungen (zwei 4.5- und eine 2.5-Zimmer-Wohnung) erschlossen, die sich in unterschiedliche Himmelsrichtungen orientieren. Grosszügige Entrées mit Garderobe und Nasszellen führen in offen zonierte Wohn- und Essbereiche mit Zugang zu gedeckten Aussenräumen. Die seitlich angeordneten Zimmer ermöglichen eine klare Trennung von Tag- und Nachtbereichen.
Die Wohnsiedlung erscheint als zusammenhängendes, gemeinschaftliches Ensemble mit dreigeschossigen Baukörpern und ruhiger Dachform entlang des Truoch Provizel. Die facettierte Holzfassade wird durch einen umlaufenden Sockel aus hellem Beton ergänzt, der das Terrain aufnimmt. Behutsam gegliederte Fenster und textiler Sonnenschutz setzen einen feinen Kontrast und binden die Bauten in die Landschaft ein.
Das Freiraumkonzept greift die Qualitäten der Oberengadiner Berglandschaft auf. Lärchen- und Arvengruppen strukturieren den Aussenraum und ermöglichen Durchblicke, während artenreiche Magerwiesenflächen die Biodiversität fördern. Ein informelles Wegesystem aus grossformatigen Hartflächen erschliesst die Wohnbauten und verbindet sie mit Truoch Provizel und Proviziel Suot. Eine künftige Fusswegverbindung zur Via Maistra und zum Center da sport stellt einen Mehrwert für Bewohner und Quartier dar. Veloabstellplätze sowie Spiel- und Aufenthaltsbereiche sind entlang der Wege angeordnet und können partizipativ weiterentwickelt werden.